Vorträge im Jagdschloss Schorfheide

SCHORFHEIDER SCHLOSSGESPRÄCHE / Frühjahr 2021

„BRAUNE KULTUR“ – DIE ROLLE VON DESIGN, KUNST UND MODE IM DRITTEN REICH

Im Frühjahr 2021 beleuchten verschiedene Referent*innen das Thema „Braune Kultur“ unter den Aspekten von Design, Kunst, Architektur und Mode. Nach einem einführenden Vortag vertieft Bürgermeister a. D. Uwe Schoknecht im anschließenden Gespräch die relevanten Gesichtspunkte und moderiert die Fragen aus dem Publikum.

SAMSTAG, 13. März 2021, 15 UHR

Die Geschichte des Dritten Reiches in 10 Objekten

Tomas van den Heuvel, Design Museum Den Bosch

Der Volkswagen Käfer, die Olympischen Spiele 1936, das Hakenkreuz und Leni Riefenstahls Filme: Tomas van den Heuvel schildert anhand von zehn Objekten aus der Zeit des Dritten Reiches, wie Design zur Versuchung des deutschen Volkes, sich Hitler anzuschließen, beigetragen hat. Er beschreibt, welche Kultur die Nationalsozialisten in Gebäuden, Filmen und Objekten schaffen und bewahren wollten und in welchen unterschiedlichen Lebensbereichen Design-Objekte unter der nationalsozialistischen Herrschaft eingesetzt wurden. Design ist einer der Schlüssel zum Verständnis der blitzschnellen und schrecklichen Entwicklung des Dritten Reiches.

Tomas van den Heuvel studierte Geschichte und Public History an der University of Exeter und an der Royal Holloway, University of London. Dort forschte er über die deutsche Gesellschaft während des und nach dem Zweiten Weltkrieg.

Foto: Plakat für die Olympischen Spiele Berlin 1936 (Ausschnitt), Entwurf: Franz Theodor Würbel

SAMSTAG, 24. April 2021, 15 UHR

Dirndl oder Diva – Die Rolle von Kleidung im Dritten Reich

Prof. Dr. Kerstin Kraft, Universität Paderborn

Dirndl mit Gretchenzopf oder die fließenden Roben einer Zarah Leander gelten als typisch für die Nazi-Zeit. Dieses Klischee hinterfragt Kerstin Kraft. Elegante Abendkleider, Uniformen, Alltagskleidung und Notgarderobe – Was prägte die Mode im Dritten Reich? Konnte Kleidung im nationalsozialistischen Alltag etwas über die Haltung ihres Trägers aussagen? Hatten banale Hosen oder Jacken eine politische Bedeutung im Nationalsozialismus? War die Kleidung in das Herrschaftssystem der Nationalsozialisten eingebunden? In Textilindustrie und Kleidungsverhalten erprobte das NS-Regime "nationalsozialistische Geschmacksbildung" und Mangelbewirtschaftung. Eine Schürze war nicht einfach nur eine Schürze.

Prof. Dr. Kerstin Kraft studierte Vergleichende Textilwissenschaft an der Universität Dortmund und Kunstgeschichte und Geschichte an der Ruhr-Universität Bochum. Seit 2013 ist sie Professorin für Kulturwissenschaft des Textilen an der Universität Paderborn

Foto: Deutsche Moden-Zeitung, Heft 18, Mai 1940.

SAMSTAG, 8. MAI 2021, 15 UHR

Nicht originell! Zu den ästhetischen und ideologischen Voraussetzungen faschistischer Kunst in Deutschland

Johannes Vincent Knecht

Die Bild- und Architekturproduktion im Nationalsozialismus steht nicht als Solitär in der Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts, sondern ist mit den Stilentwicklungen der Moderne vielfältig verwoben. Der Beitrag unternimmt den Versuch, diese ästhetischen und ideologischen Bezugnahmen in ihrer Kontinuität und Widersprüchlichkeit zu entfalten.

Johannes Vincent Knecht studierte Kunstgeschichte, Philosophie, Germanistik und Theaterwissenschaften in Berlin und Edinburgh. Er unterrichtet als Lehrbeauftragter an Universitäten und Kunsthochschulen und lebt als freier Geisteswissenschaftler in Berlin.

Foto: “Große Deutsche Kunstausstellung” 1940. Foto: Haus der Kunst (Ausschnitt), Historisches Archiv, https://amuc.hypotheses.org/3091


Ort

Roter Salon im
Jagdschloss Schorfheide
Schloßstraße 7
16244 Schorfheide

Programm

Kerstin Kämpfe

Moderation

Uwe Schoknecht

Eintritt

8,00 €

Veranstalter

Jagdschloss Schorfheide

Information

033393 65777

Änderungen vorbehalten.