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Rose Valland – Auf der Suche nach enteigneter Kunst

Sonderausstellung

Verlängert bis zum 8. November 2020

Die Sonderausstellung „Rose Valland – Auf der Suche nach enteigneter Kunst“ ist der mutigen, aber in Deutschland fast unbekannten französischen Widerstandskämpferin Rose Valland (01.11.1898 – 18.09.1980) gewidmet, die als Museumsmitarbeiterin unter gefährlichen Bedingungen von den Nazis in Frankreich enteignete und gestohlene Kunstwerke auflistete. Nach dem Krieg reiste sie als Offizier der französischen Armee mehrfach nach Deutschland, um für die Rückgabe der Kunstgegenstände zu sorgen. Schätzungsweise 60.000 Kunstwerke kehrten dank ihrer Arbeit und ihres Engagements zurück nach Frankreich. Davon konnten bisher 45.000 den rechtmäßigen Eigentümern zurückgegeben werden.

Die Sonderausstellung ist die erste über Rose Valland in Deutschland überhaupt. Konzipiert als Wanderausstellung vom Musée Dauphinois in Grenoble im Departement Isère findet eine französischsprachige Version der Ausstellung zeitgleich im Geburtsort von Rose Valland in der Médiathèque Saint-Etienne-de-Saint-Geoirs statt.

Diese gleichzeitige Präsentation, die einer Person des französischen Widerstands und überzeugten Europäerin gewidmet ist, soll in ihrem 40. Todesjahr und im 75. Jahr der Befreiung Frankreichs und Deutschlands vom Nationalsozialismus ein Zeichen setzen. Sie richtet sich besonders an Familien und Schüler und zeigt, orientiert an den Lebensstationen von Rose Valland, wie die Nazis agierten und ihre diktatorischen Machtstrukturen einsetzten. Gleichzeitig werden durch das Handeln von Rose Valland Möglichkeiten des Widerstands und der Zivilcourage aufgezeigt.

Mit der Sonderausstellung wird den Besuchern europäische Geschichte direkt vor Ort präsentiert. In der Schorfheide war es, wo “Reichsmarschall” Hermann Göring, der zweitmächtigste Mann im Dritten Reich, auf seinem Landsitz Carinhall weitreichende rigorose und skrupellose innen- und außenpolitische Entscheidungen traf. Um Kunstgegenstände für seine Sammlung in Carinhall auszuwählen, besuchte er ab 1940 im besetzten Paris das Musée du Jeu de Paume über zwanzigmal.

Dort – am Arbeitsplatz von Rose Valland – lagerten von den Nazis enteignete und gestohlene Kunstwerke, bevor sie mit Eisenbahnwaggons nach Deutschland für das von Hitler in Linz geplante Museum geschickt wurden. Sie stammten überwiegend von französischen – oft jüdischen – privaten Sammlern und Händlern. Rose Valland gelang es, unter gefährlichen Bedingungen Listen dieser Kunstwerke mit ihren Bestimmungsorten in Deutschland zu erstellen. Diese heimlich gesammelten Notizen waren nach dem Krieg äußerst hilfreich für das Wiederfinden der enteigneten Kunstgegenstände. Rose Valland war selbst einige Male auf dem Gelände des Landsitzes Carinhall, der 1945 auf Veranlassung von Göring gesprengt worden war, um nach vermissten Kunstwerken zu suchen.

Gezeigt wird die Ausstellung bis zum 8. November 2020. Danach wird sie kostenfrei Gedenkstätten und Schulen zur Verfügung gestellt.